Nach langer Planzeit und unzähligen Versuchen kam der Tag immer näher. Weil ich ein bisschen Angst hatte, es könnte doch evtl. etwas schief gehen, habe ich schon früh begonnen, mir eine Einkaufliste zu schreiben und die Blüten zu formen.Es war ein irrer Haufen an Zutaten und die Spannung mit einem immer stärker werdenden kribbeln in den Händen stieg von Tag zu Tag.

Am Freitag sollte die Torte bei mir abgeholt werden, am Montag habe ich alle 4 Blüten geformt, Dienstag dann bis auf die frischen Erdbeeren alles eingekauft, Mittwoch habe die schon die Böden gebacken, Donnerstag dann leider nochmal einen Teil, weil nicht aufgegangen, außerdem habe ich Mittwoch schon die Ganache für die Schoko-Torte hergestellt. Donnerstag Morgen habe  ich vor der Arbeit in aller Früh die schönsten Erdbeeren gekauft und diese dann schokoliert. Abends nach der Arbeit um 21:30 Uhr habe ich dann alles fertig gestellt und bis 3:30 Uhr morgens an meinem Werk gesessen. Es war der pure Wahnsinn und nach der Fertigstellung dachte ich :

Oh Gott, das Teil ist viel zu groß und zu fett, das reicht locker für 50 Personen, die killen mich bestimmt

Ich war ehrlich froh, als die Torte abgeholt wurde und weg war, wie mein Mann sagte, der Adler hat das Nest verlassen 🙂

So, hier die Zutaten für beide Tortenteile, die Schokotorte war sehr hoch (13cm), das Rezept werde ich für 3 Böden aufschreiben, falls ihr es nicht so hoch braucht, einfach 1/3 davon abziehen, das passt dann genau. 1 Boden reicht auch für eine 20er Form, dieser kann dann halbiert und gefüllt werden. Meine Schokotorte hatte einen 28er Durchmesser.


 

Schokotorte:

Der Mürbteig:

  • 200 g Mehl
  • 100 g eiskalte Butter ( am Besten 30 Minuten vorher in den Tiefkühler legen)
  • 50 g Zucker
  • 2 EL Eiskaltes Wasser

Den Ofen auf 180°C vorheizen.

Die Butter mit einer Küchenreibe fein reiben, Mehl und Zucker dazu und alles kräftig durchkneten, am Ende das Wasser hinzufügen, der Teig darf jedoch nicht „glitschig“ sein, sondern sollte sich eher trocken anfühlen. Anschließend in die Form kneten und für 30 Minuten kalt stellen.

Auf der mittleren Stufe im Ofen ca. 20 Minuten backen, anschließend herausnehmen und abkühlen lassen.

Der Boden:

  • 280 g Vollkornmehl
  • 240 g helles Mehl 450er
  • 110 g Kakao
  • 360 g Zucker
  • 5 TL Weinsteinbackpulver
  • 5 TL Natron
  • 3 TL Salz
  • 240 ml Öl
  • 840 ml Sojamilch oder eine andere Pflanzenmilch
  • 5 TL Obstessig

Step 1:

Sowohl die trockenen Zutaten mischen und alles gut durchsieben, als auch die übrigen flüssigen Zutaten miteinander verrühren. Alles zusammen mit der Küchenmaschine verrühren, dabei ist es wichtig, dass sich keine Mehlnester bilden, also vorsichtshalber noch einmal von Hand mit einem Schneebesen mischen. Der Teig muss nun einmal gewogen und durch 3 geteilt werden. Die Böden müssen alle separat gebacken werden. Dafür den Ofen auf 180°C Ober und Unterhitze schalten und ein Gitter auf mittlere Ebene schieben. Die Form Ölen und bemehlen, anschließend den Teig hineinfüllen, glatt streichen und für 32 Minuten backen. Auf einem Boden habe ich noch gehackte Haselnüsse verteilt und eingebacken 😉 für einen schönen Biss.

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Die Cashew-Créme:

  • 300 g Cashews über Nacht in Wasser einweichen
  • 300 ml Sojasahne
  • 40 g Zucker
  • 2 TL Olivenöl
  • 1 Prise Salz
  • 3 TL Agar-Agar
  • 1 TL Guarkernmehl
  • 1 Tonkabohne

Step 2:

Das Agar-Agar in etwas Wasser quellen lassen, beiseite stellen. Alle übrigen Zutaten außer der Sojasahne mit dem Pürier-Stab so fein wie möglich pürieren. Die Sojasahne in einem Topf erhitzen, das Agar-Agar hinzufügen und aufkochen lassen. Danach die Cashew-Cremé unterrühren, sodass sich alles Zutaten gut miteinander verbunden haben. Die Cremé danach zur Seite stellen.

Die Ganache:

  • 690 g beste Zartbitterschokolade
  • 600 ml Sojamilch
  • 6 EL Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 6 TL Öl
  • 5 EL Haselnußcremé vegan

Step 3:

Die Schokolade klein hacken und in eine große Schüssel füllen- beiseite stellen.

Die Sojamilch in einem Topf erhitzen, Zucker und Salz hineingeben und aufkochen, bis sich alles aufgelöst hat. Nun die Milch über die Schokolade gießen und umrühren, bis sich die Schokolade vollständig aufgelöst und eine glatte Konsistenz erreicht hat. Am Ende noch das Öl unterrühren, bis keine Schlieren mehr zu erkennen sind. Die Creme auf 2 Schalen verteilen, jedoch nicht halbieren, ich habe es eher 1/3 und 2/3 aufgeteilt. In die 1/3 Schale wird noch die Haselnuss-Cremé untergerührt.

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Haselnuss-Boden mit Haselnuß-Ganache
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Fertig geschichtete Torte
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Fertig eingestrichen mit Ganache
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Schema

Und hier noch ein Schema zur Schichtung 🙂 ich weiß, es ist nicht hoch professionell, aber ich denke jeder versteht es.

Step 4:

Den Mürbteigboden auf eine möglichst gerade Platte setzten, einen kleinen Klecks der Ganache darauf glatt streichen und den 1. Schokoboden darauf setzten. Einen Tortenring um den Teig legen und befestigen, ich mache das immer noch mal mit einem Gummiband. Nun wird die 1. Cremé darauf verteilt und möglichst glatt gestrichen, dann folgt wieder der Teig, dann die 2. Cremé und wieder der Teig, wie im Schema abgebildet. Die Torte nun für einige Stunden kalt stellen, damit die Cremé richtig fest werden kann, das erleichtert später das einstreichen der Ganache.

Die Ganache kann schon einige Tage vorher produziert und im Kühlschrank verwart werden. Wichtig ist nur, dass sie vor Benutzung noch einmal erwärmt wird. Ich habe dies in der Mikrowelle für 1 Minute gemacht. Sie ist dann schön streichfähig. Wenn die 1. Schicht aufgetragen ist, sollte die Torte für ca. 1 Stunde in den Kühlschrank gestellt werden, damit die Ganache gut anziehen kann. Dann ist das Auftragen der nächsten Schicht weniger Aufwendig. Zum Abschluss empfehle ich die Torte wieder in den Kühlschrank zu stellen, denn wenn die Ganache fest ist, kann mann gut mit einem heißen Messer am Rand entlang fahren und sie nochmals glätten, quasi als finish.

Der Fondant:

Ich ca. 1,3 kg Fondant insgesamt verwendet, dafür gingen etwa 300g für die Tortenplatten weg, die ich mit dem Fondant eingekleidet habe, um einen gleichmäßigen Farbverlauf zu gewährleisten. Dafür einfach den Fondant dünn ausrollen, um die Kuchenplatte legen und festdrücken. Für das schöne Türkis habe ich einige Tropfen Lebensmittelfarbe verwendet.

Wichtig beim Ausrollen ist den Fondant mit Bäckerstärke zu bestäuben. Dafür habe ich einer alte Strumpfhose den Fuß abgeschnitten und diesen mit der Stärke befüllt, als eine Art Säckchen. Das Ausrollen funktioniert super und der Fondant klebt weniger.

Die Blüten:

Für die Blüten habe ich einen Fondant-Ausstecher verwendet. Dafür den Fondant mit etwa 2 TL CMC-Pulver vermischen, also gut durchkneten. Die Blüten ausstechen und mit Fondant-Werkzeug nach modellieren.

 

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Am Ende habe ich die Blüten zum trocknen in eine selbst geformte Schale aus Alufolie gelegt.

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In der Mitte habe ich zum stabilisieren mehrere Buchenholzstangen aus dem Baumarkt eingefügt.(Deshalb die Nupsies auf dem Kuchen 😉  )

Dazu hatte ich ein gutes Video:

 

Juhu und das ist sie 🙂

 

 

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